Projektmanagement der Info AG
„IT-Projekte dürfen kein Glücksspiel werden“
Ohne Projektmanager geht in vielen Bereichen der IT heute nichts mehr. Zu komplex und zeitintensiv sind die IT-Projekte bei vielen Unternehmen, so dass sie nur durch tiefgreifende Analysen und kompetente Experten erfolgreich abgeschlossen werden können.

IT-Projekte haben einen großen Einfluss auf die Unternehmensstruktur und bedürfen nicht nur einer genauen Planung, sondern auch einer zentralen Moderation und Vermittlung zwischen Geschäftsführung und IT-Provider. Das Dolmetschen gehört zu den wichtigsten Aufgaben von IT-Projektmanagern. Verschiebungen und Veränderungen in den Unternehmen haben Auswirkungen auf laufende Projekte. Oft müssen Projektmanager dann umdisponieren und in Hinblick auf Budget und Zeit mit der Geschäftsführung schnell Entscheidungen treffen. Im Laufe eines Projekts haben Projektmanager mit den unterschiedlichsten Problemen zu tun und nehmen verschiedenste Tätigkeiten auf sich, um das Vorhaben erfolgreich abzuschließen.
So agieren Projektmanager oft auch als eine Art Anwalt im Sinne des Kunden, wobei „im Sinne des Kunden“ nicht mit Wunscherfüllung zu verwechseln ist. Die Gratwanderung zwischen den Wünschen und der tatsächlichen Realisierbarkeit im Budgetrahmen stellt eine alltägliche Herausforderung dar, mit der jeder gute Projektmanager umzugehen weiß. Anders sieht es bei der explodierenden Komplexität der IT-Landschaften in den Firmen aus, die den Projektleitern zunehmend Kopfschmerzen bereitet. Mario Köhler, IT-Projektmanager bei der Info AG, sieht hier eine potentielle Gefahr: „Schon heute kennen nur noch wenige Unternehmen den Bebauungsplan ihrer IT-Systeme. Über die Jahre gewachsene Systeme weisen einen Schnittstellendschungel auf, den es bei jedem Transitionsprojekt in der Analysephase zu durchdringen gilt. Ohne eine ausführliche Analyse scheitert ein Projekt.“
Köhler berichtet von einem Projekt, bei dem man nach einer zweimonatigen Analysephase beim Ausräumen des Rechenzentrums unter einer Bodenplatte einen Server gefunden hatte: „Nicht nur, dass keiner von seiner Existenz wusste; über den Server liefen zudem wesentliche Transaktionen.“ Seitdem ist der Ausdruck „Bodenplatten heben“ ein geflügeltes Wort bei der Info AG.
Nicht am Stecker ziehen
Die Projektwelt hat sich in den letzten 20 Jahren enorm verändert und die Komplexität der IT ist stark vorangeschritten. „Ich kenne Firmen, die wissen nicht, was alles bei ihnen läuft. Das ist hochgradig gefährlich “, so Köhler. Damit Projekte erfolgreich abgeschlossen werden können, brauchen Projektmanager eine Gesamtarchitektur, um zu wissen, wie die Systeme miteinander kommunizieren. Immer mehr Zeit wird in der Analysephase für die Durchdringung dieser Vernetzungen aufgewendet. Köhler warnt: „Die Projektmanager werden in zehn Jahren keine Chance mehr haben, in der Analysephase die IT-Landschaft eines Unternehmens zu erfassen. Wir haben dann kein zweidimensionales Netz wie bei einem Fischernetz mehr. Es ist n-dimensional.“ Ohne Umdenken stünden Projektmanager bald immer häufiger vor der Entscheidung, den Stecker von einem System zu ziehen, wobei keiner so recht weiß, was dann geschieht. Das dürfe nicht über den Projekterfolg entscheiden.
Was also tun, damit Projektmanagement nicht zu einem Glücksspiel wird? Man braucht IT-Konsolidierungsprojekte: So wie Unternehmen mit Hilfe der Cloud die Flexibilität erhöhen würden, müssten Unternehmen auch ihre Komplexität minimieren. Mit Hilfe von EAI-Plattformen ließen sich die Schnittstellen reduzieren. Alle End-to-end-Verbindungen werden aufgelöst, so dass jedes System eins zu eins verbunden ist. Lediglich das EAI-System hat dann noch eine One-to-end-Verbindung. Dieses System bindet sämtlichen Schnittstellenverkehr und die Komplexität wird dadurch so weit reduziert, dass man nur noch ein System besitzt, das sämtliche Schnittstellen verwaltet. „Leider haben viele Unternehmen die Dringlichkeit solcher Konsolidierungsprojekte noch nicht erkannt. Oft fehlt der Mut, alle Schnittstellen abzulösen. Natürlich werden auch die Projektkosten gescheut“, erklärt Köhler.
Risiken nicht verdrängen
Das Risiko, vor einem IT-Breakdown zu stehen, werde nur allzu gern verdrängt. Dass derartige Warnungen seit dem Ausbleiben des Super-GAUs mit der Jahrtausendwende nicht ernst genug genommen würden, sei für Köhler zu einem gewissen Grad verständlich. Da in vielen Unternehmen IT nur unter Leistungskennzahlen wahrgenommen werde, führt er wirtschaftliche Gründe für eine Konsolidierung an: „Ein wesentlicher Kostentreiber bei Transitionsprojekten, die ca. alle fünf Jahre nötig werden, stellt der Schnittstellendschungel dar. Für ein System, das nach wenigen Jahren auf eine andere Plattform gehoben werden muss, braucht man nur die EAI-Plattform anzupassen – anstelle jeder einzelnen Schnittstelle. Jede Reduzierung der Komplexität und somit der damit verbundenen Risiken bedeutet letztlich auch eine Kostenersparnis“, so Projektmanager Köhler.






